Aufnahme der Wurzeln von unten als Vergleich.
Düngerversuche von Hans-Peter Wegmüller mit Zierpflanzen in der Gärtnerei Leonotis im Mai 2011.
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Nährstoffversorgung der Pflanze

Grundlagen der Pflanzenernährung

Pflanzen benötigen für das Wachstum eine bestimmte Anzahl an chemischen Elementen. Diese müssen ihnen über die Wurzeln in mineralisierter Form zur Verfügung stehen. Die Pflanze unterscheidet dabei nicht, woher die Stoffe ursprünglich stammen: ob von verwittertem Gestein, abgestorbenen Pflanzenteilen, Tieren, aus dem Bergwerk oder aus der chemischen Fabrikation. Teilweise können Nährstoffe auch über die Blätter aufgenommen werden; besonders effizient ist dies bei den Spurenelementen.

Aus einem gesunden, gut strukturierten Boden mit ausgeglichenem Nährstoffgehalt bezieht eine Pflanze alle erforderlichen Nährstoffe. In der Praxis sind solche idealen Voraussetzungen jedoch nicht immer gegeben. Der erdlose und der Anbau in Erdsubstraten (in Töpfen oder Containern) stellen noch höhere Anforderungen an die Pflanzenernährung. 

Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten oder wiederherzustellen, benötigen Sie vertiefte Kenntnisse über Boden, Nährstoffaufnahme und die Funktion der einzelnen Nährstoffe. In diesem Artikel vermitteln wir Ihnen die wichtigsten Grundlagen.

Die Bedeutung der einzelnen Nährstoffe

Neben diesen lebensnotwendigen Nährstoffen beeinflussen weitere Wirkstoffe das Wachstum. Sie werden von den Pflanzen selbst gebildet, können jedoch auch von außen zugeführt werden: durch organische Dünger, Meeresalgenkalk, Pflanzenextrakte oder synthetische Produkte. Wirkstoffe begünstigen das Pflanzenwachstum in gewißem Masse. 

Häufiger sind jedoch wachstumshemmende Folgen, seien sie absichtlich herbeigeführt, z. B. mit Stauchmitteln zur Reduktion des Längenwachstums, oder unbeabsichtigt durch Ausscheidungen von benachbarten Pflanzen oder Abbauprodukte von Ernterückständen. Den dominierenden Effekt erzielt nach wie vor eine optimale Ernährung.

Getreide im Sonnenschein

Der Stickstoffkreislauf

Damit Pflanzen Stickstoff aufnehmen können, muss er mineralisiert werden. Der Ablauf leicht erklärt.

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Das Gesetz des Minimums

Jedem einzelnen Nährstoff kommt in der Pflanzenernährung eine spezifische Funktion zu. 

Ausschlaggebend ist, dass alle für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährelemente im richtigen Verhältnis vorhanden sind. Der Grund: Eine Pflanze richtet ihr Wachstum nach demjenigen Element aus, das verhältnismässig im geringsten Mass zur Verfügung steht (siehe Abbildung „Nährstofftonne“).

Die benötigte Menge der einzelnen Nährstoffe ist dabei sehr unterschiedlich. Nichtsdestotrotz ist jeder für die Pflanzenentwicklung von Bedeutung.

Das Gesetz des Nährstoffminimums bezieht sich auf den relativen Bedarf. In absoluten Werten unterscheidet sich dieser je nach Element beträchtlich.

Die folgende Grafik zeigt den mittleren Nährstoffbedarf in Gramm für die Produktion von 1 kg Trockensubstanz am Beispiel einer Topfpflanze.

Die Aufnahme der Nährstoffe durch die Pflanzen

Die Pflanzen nehmen die meisten Nährstoffe entsprechend ihrer spezifischen Form über die Wurzeln auf. Dies können Moleküle (z. B. CO 2 , H 2 O) oder elektrisch geladene Teilchen (Ionen) sein. Ionen sind als Kationen und Anionen die Bestandteile der mineralischen Düngemittel (hauptsächlich Mineralsalze). Organische Stickstoffdünger besitzen einen Anteil an organischen Molekülen. Diese können erst in abgebauter, d. h. mineralisierter Form von den Pflanzen aufgenommen werden.